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Impressionen: Stettiner Haff

Klima  

Klima-Wetter-Witterung

Klima ist ein Sammelbegriff für alle in der Atmosphäre ablaufenden Vorgänge, an einem bestimmten Ort und über einen längeren Zeitraum (beispielsweise 30 bis 40 Jahre). Das Klima kann anhand von Daten über den mittleren Zustand, Witterungsvorgänge, charakteristische Extremwerte und meteorlogische Größen beschrieben werden.
Als Wetter wird im Gegensatz dazu der momentane Zustand der Atmosphäre bezeichnet. Betrachtete Zeiträume können ein Tag oder eine Stunde sein.
Als Witterung bezeichnet man den Charakter des Wetters über einen Zeitraum von einigen Tagen oder einer Jahreszeit.

Klima in der Odermündungsregion

Das Gebiet der Odermündung liegt in der gemäßigten Klimazone (Cfb-Klima nach KÖPPEN). Insgesamt ist das Klima des südlichen Ostseeküstenraumes jedoch durch einen großräumigen Wechsel gekennzeichnet:
In Nord-Süd-Richtung geht das Ostseeküsten-Klima über ins Festland-Klima. Der Einfluss der Ostsee kann in einem 10 bis 30 km breiten, küstenparallelen Streifen nachgewiesen werden. Dort ist das Klima vom temperaturstabilisierenden Einfluss der Ostsee und einer höheren Luftfeuchtigkeit geprägt.
In der nördlichen Oderhaffregion nimmt der kontinentale Einfluss zu. Dies zeigt sich in größeren Temperaturschwankungen, einer höheren Sonnenscheindauer, längeren Frostperioden und geringeren Niederschlagsmengen. In südlicher Richtung nimmt der Einfluss des Ostseeküsten-Klimas weiter ab, der kontinentale Einfluss wird stärker: Die Temperaturschwankungen nehmen weiter zu, die Niederschlagsrate wird geringer, die Frostperioden länger, die durchschnittlichen Wintertemperaturen sinken, die durchschnittlichen Sommertemperaturen steigen.
In West-Ost-Richtung ist ein Übergang des ozeanischen Klimas in ein kontinentales Klima zu beobachten. Der Luftdruckgradient, die Luftfeuchte sowie die Niederschlagsmengen und Windgeschwindigkeiten nehmen kontinuierlich ab. Hingegen nehmen die Sonnenscheindauer und die täglichen und jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sowie die Frostgefährdung zu.

Klimawandel und seine Folgen

Als Klimawandel wird die langfristige Veränderung des Klimas bezeichnet. Dabei werden Veränderungen von Klimaelementen betrachtet oder Veränderungen im Ablauf von Witterungserscheinungen. Indiz für einen Wandel des Klimas sind langfristige Abweichungen von bisherigen Mittelwerten.
Wesentliche Veränderungen des Klimas sind seit einigen Jahrzehnten zu beobachten. Diese Veränderungen sind der globalen Erwärmung zuzuschreiben und zeigen sich als Anstieg der weltweiten durchschnittlichen Temperaturen. Die durchschnittliche weltweite Erdoberflächentemperatur ist in den letzten Jahrzehnten um rund 0,6°C angestiegen
Klimaänderungen können verschiedene Ursachen haben. Unterschieden werden können:

  1. natürliche, interne Ursachen, das sogenannte „Rauschen des Klimas", welches immer wieder auftritt (Bsp.: El- Niño- Southern- Oscillation- Phänomen (ENSO), die Nordatlantischen Oszillation (NAO));
  2. natürliche externe Ursachen (durch Vulkanausbrüche, Veränderte Strahlungsaktivitäten der Sonne, Kontinentaldrift hervorgerufene Veränderungen) sowie
  3. anthropogene, externe Ursachen (durch einen erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen (bspw. Kohlendioxid (CO2),Schwefeldioxid (SO2), Ozon (O3) und Fluorkohlenwasserstoffen (FCKW) wird der natürliche Treibhauseffekt verstärkt).

Änderungen einzelner Klimaelemente haben Folgen für das gesamte Klimasystem. Dies zeigt sich bereits heutzutage in veränderten Niederschlagsmengen (besonders in der Nähe der Pole und am Äquator), dem Abschmelzen von Gletschern und des Inlandeises auf Grönland, der Erwärmung und damit der Ausdehnung der Wassermassen der Ozeane und damit eine Erhöhung des Meeresspiegels sowie möglicherweise der Zunahme von Extremwetterereignissen.
Die Erderwärmung birgt große Risiken für die Sicherheit und Gesundheit von Mensch und der Umwelt. Zu befürchten sind Nahrungsmittelknappheit, Gefährdung der Trinkwasserqualität und Verfügbarkeit durch Eintritt von Salzwasser und die Gefährdung von menschlichen Siedlungen.
Die möglichen Folgen sind auf jeden Fall abhängig vom Grad der Erwärmung:
Eine Erwärmung unterhalb von einem Grad birgt vergleichsweise geringe Risiken für den Menschen, anfällige Ökosysteme zeigen aber bereits jetzt erste Veränderungen. Eine Erwärmung um ein bis zwei Grad führt teilweise zu ernsten regionalen Risiken. Ab einer Erwärmung um zwei Grad sind enorme Risiken zu erwarten. Lebensräume werden sich soweit verändern, dass sie nicht mehr den Anforderungen der heimischen Flora und Fauna entsprechen, Arten werden verdrängt oder wandern ab, das Aussterben zahlreicher Tier- und Pflanzenarten ist zu befürchten, robuster Arten können sich hingegen weiter ausbreiten.
Erwärmung über zwei Grad führen zu Zusammenbruch einiger Ökosysteme, Hunger- und Wasserkrisen sowie zu sozioökonomischen Schäden.
Eingeschränkte Kenntnisse gibt es bislang über: den Umfang und die Geschwindigkeit des Fortschreitens der Erwärmung der Erde, die genauen Auswirkungen des Klimawandels auf einzelne Regionen, die Häufigkeit und Intensität künftiger Extremwetterereignissen sowie Auswirkungen für den Golfstrom oder das Klimaphänomen „El Niño".

Folgen des Klimawandels für die Odermündungsregion

Der zu erwartende Meeresspiegelanstieg bedroht vor allem die nur knapp über dem Meeresspiegel gelegenen Landschaften der Odermündung.
In den Wintermonaten sind stärkere Niederschläge zu erwarten. Diese führen zu häufigeren und stärkeren Hochwassern der Oder. Durch die Überflutung der Niedermoore und küstennahen Niederungen der Odermündungsregion drohen der Verlust von wichtigen Lebensräumen für Flora und Fauna sowie das Aussterben einiger zum Teil gefährdeter Arten. Überschwemmungen und Erosion haben auch den Verlust von landwirtschaftlichen Flächen und somit eine Ertragsminderung zur Folge.
Der zukünftige Küstenlinienverlauf wird ohne weitere Maßnahmen mehr oder weniger stark vom jetzigen Verlauf abweichen. Grund dafür sind Erosions- und Akkumulationserschienungen. Durch Maßnahmen des Küsten- und Hochwasserschutzes (beispielsweise den Bau von Deichen, Dämmen und Rückhaltebecken) können mögliche Schäden begrenzt werden.
Die erwartete Verlängerung der Vegetationsperiode um ein bis vier Tage/ Jahrzehnt kann zu einer zunehmenden Verdrängung der Nadelbäume durch Laubbäume führen. Dies wirkt sich besonders auf das Landschaftsbild der waldreichen Region Uecker-Randow aus (der Waldanteil liegt hier bei 31 %). Mit zunehmender Trockenheit im Sommer können Waldbestände zurückgehen. Außerdem steigt die Gefahr von Waldbränden. Die Trockenheit führt zu geringeren Ernteerträgen in der landwirtschaftlich geprägten Oderregion. Wärmere Sommer mit Trockenheit können aufgrund der geringeren Abflussmengen darüber hinaus zu höheren Nähr- und Schadstoffkonzentrationen im Stettiner Haff führen. Gleichzeitig sind ein Rückgang der gegenwärtigen Fisch- und Muschelbestände, die Abwanderung bestehender Arten sowie die Zuwanderung neuer Arten zu erwarten.
Vorwiegend positive Auswirkungen hat der Klimawandel voraussichtlich auf den Tourismus, durch längere, wärmere und trockene Sommerperioden.

 

Hintergrundwissen - Lernmodule

Lernmodul Klimawandel in M-V Lernmodul Odermündungsregion
 Auswirkungen des Klimawandels auf den deutschen Ostseeraum Einführung in die Region: Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte

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