
Im Jahre 2000 erließen das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union die "Richtlinie 2000/60/EG zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik" (EU-Wasserrahmenrichtlinie – WRRL) mit den Zielen:
Eine Grundlage zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie ist die Bestandsaufnahme, die eine Typisierung der Gewässer umfasst. Die Wasserrahmenrichtlinie verlangt, dass die Wasserwirtschaftsverwaltung die Gewässer nach ihren wesentlichen Merkmalen in der Bestandsaufnahme beschreibt. Für Oberflächengewässer wird der Ansatz der Typisierung verfolgt, um die Gewässer Idealtypen, die dem vermutlichen Naturzustand der Gewässer entsprechen, oder künstlich veränderten bzw. anthropogen beeinflussten Gewässertypen zuordnen zu können. Die Typisierung der Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns erfolgt nach System B des Anhanges II Nummer 1.1 und 1.2.4 der WRRL. Dafür werden die obligatorischen Faktoren geographische Breite, geographische Länge, Salzgehalt und Tiefe und die ausgewählten, optionalen physikalisch-chemischen Faktoren Strömungsgeschwindigkeit, Wellenexposition, durchschnittliche Wassertemperatur und deren Schwankungsbereich, die durchschnittliche Zusammensetzung des Substrates sowie die Trübung (Sichttiefe) herangezogen. Der Entwurf für eine Typologie der deutschen Ostseeküstengewässer (von Weber et al. 2002) unterscheidet an der deutschen Ostseeküste vier Haupttypen und sechs Untertypen, die durch den Salzgehalt abgegrenzt werden.
Ein Faktor ist die Wellenexposition, unter der man die hydrodynamische Beanspruchung durch den mittleren jährlichen Eintrag an Seegangsenergie an einem bestimmten Küstenabschnitt versteht. Die Klassifizierung der Wellenexposition erfolgt anhand der Einteilung von BIOMAR (IfAÖ 2003). Dabei werden die Klassen „extrem exponiert“, „sehr exponiert“, „exponiert“, „mäßig exponiert“, „geschützt“, „sehr geschützt“, „extrem geschützt“ und „ultra geschützt“ unterschieden. Innere Küstengewässer weisen in der Regel eine geringere Exposition als äußere Küstengewässer auf. Unter Einbeziehung aller Anrainerstaaten der Ostsee (mit Ausnahme Russlands) wurde im Rahmen des CHARM-Projektes (“Characterization of the Baltic Sea Ecosystem: Dynamics and Function of Coastal Types”) über Ländergrenzen hinweg eine einheitliche Typologie der Küstengewässer als Grundlage der Bewertung des anthropogenen Einflusses entwickelt. Zur Vereinheitlichung der landesspezifischen Typologie wurden primär die Faktoren Salzgehalt, Wassertiefe/Durchmischung, Wasserverweildauer/-rückhalt in Bezug zu weitestgehend geschlossenen Gewässersystemen verwendet (Schernewski & Wielgat 2004). Nachfolgende Abbildung zeigt eine Gegenüberstellung der CHARM-Typologie und der für die Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns verwendeten Typologie.
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Verwendete Quellen für die kartographische Darstellung:IfAÖ (2003): Gemeinsame Charakterisierung der deutschen Nord- und Ostsee Küstengewässer vor dem Hintergrund internationaler Vereinbarungen . Teil B Ostsee. Projekt-Bericht BMBF FKZ 0330041. Institut für Angewandte Ökologie Neu Broderstorf.Schernewski, G. & M. Wielgat (2004): Baltic Sea Typology. Coastline Reports 4. EUCC - The Coastal Union. |
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Weitere verwendete Quellen:von Weber, M., H.C. Reimers & J. Voß (2002): Draft typology. German Sea Coast. Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommern (LUNG), Güstrow, Germany & Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (LANU), Flintbek, Germany. Manuscript. |