
| Ein Vergleich der Belastung der Sedimente verschiedener Küstengewässer von Mecklenburg-Vorpommern zeigt, das im Oderhaff die höchsten Schwermetallkonzentrationen gegeben sind. Die Schwermetallakkumulation ist primär an die belastete Schwebstofffracht der Oder gebunden (Bachor 2005). Als Beispiele sind die Verhältnisse für die Schwermetalle Zink und Blei dargestellt (Karten). Daraus wird ersichtlich, dass die höchsten Konzentrationen in den Schlicksedimenten des Haffs auftreten. Auch im Peenestrom können noch hohe Belastungen vorliegen. Für den Greifswalder Bodden sind deutlich geringere Konzentrationen feststellbar. Die Pommersche Bucht weist die geringsten anthropogenen Beeinflussungen durch die Oder auf. Dabei werden die über die Oder in den Bodden- und Haffgewässern eingetragenen Stoffe zunächst teilweise abgelagert, zeitweise in die Sedimentoberfläche eingemischt, nach einer gewissen Zeit jedoch wieder resuspendiert und in die Ostsee weitertransportiert. So fungiert im betrachteten Raum der Verlauf der alten Oder über die Oder-Rinne bei Saßnitz als Transportpfad zum Arkonabecken, wo es zur weiteren Akkumulation von Schadstoffen kommt (Leipe et al. 1995, Leipe et al. 1998). Aufgrund von starkem Wind, Seegang und Strömung sind Resuspension und Abtransport in der Pommerschen Bucht und den offenen Küstengewässern, wie dem östlichen Greifswalder Bodden, am höchsten. Im Oderästuar (Haff, Peenestrom) verweilt das belastete Material dagegen am längsten und lagert sich primär in den schlickigen Becken ab (Löffler et al. 2000). Anhand von Massenbilanzen konnte festgestellt werden, dass das Oderästuar nur eine begrenzte Aufnahmekapazität für den Schwermetalleintrag aus der Oder aufweist. Demnach muss die Hauptmenge der durch die Oder eingebrachten Schadstoffe bereits in das System der Ostsee wieder ausgetragen worden sein (Eidam et al. 1998, Leipe et al. 1998). Innerhalb des Oderhaffs ermittelten Osadczuk & Wawrzyniak-Wydrowska (1998) die höchsten Konzentrationen von Schwermetallen wie Zink, Blei (siehe nebenstehende Karten), Kupfer, Nickel, Kobalt und Chrom für den südwestlichen Teil des Großen Haffs, wo auch die höchsten organischen Gehalte in den Sedimenten auftreten. Insgesamt konnte ein Zusammenhang zwischen organischem Anteil und der Schwermetallbelastung durch die Untersuchungen bestätigt werden. Entsprechende Belastungen wurden auch für die Becken des Kleinen Haffs erfasst. Die geringsten Schwermetallkonzentrationen waren für den nordöstlichen Teil des Großen Haffs feststellbar (Osadczuk & Wawrzyniak-Wydrowska 1998). Aus dem Vergleich der Untersuchungsergebnisse der Zeiträume 1993-1994 und 1995-2001 leitet Bachor (2005) Entwicklungstrends der Belastung der Sedimente des Haffs ab (siehe Tabelle).
Bei Kupfer sind keine deutlichen Veränderungen feststellbar. Für Zink und Blei sind geringe, für Cadmium sowie Quecksilber markante Veränderungen zu verzeichnen, die auf geringe Frachten der Oder zurückgeführt werden. Damit bestehen Hinweise, dass die Belastung der Schwebstoffe der Oder eine abnehmende Tendenz aufweist (Bachor 2005). |
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Verwendete Quellen für die kartographische Darstellung:Löffler, A., Th. Leipe & K-Ch. Emeis (2000): The “fluffy layer” in the Pomeranian Bight (western Baltic Sea): geochemistry, mineralogy and environmental aspects. In: Meyniana 52: 85-100.LUNG M-V (2004): Gewässergütebericht 2000/2001/2002. Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie. Osadczuk, A. & B. Wawrzyniak-Wydrowska (1998): Sediments in the Szczecin Lagoon: Selected elements and macrozoobenthos. In: Greifswalder Bodden und Oderästuar – Austauschprozesse (GOAP). Greifswalder Geographische Arbeiten 16. |
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Weitere verwendete Quellen:Bachor, A. (2005): Nährstoff- und Schwermetallbilanzen der Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns unter besonderer Berücksichtigung ihrer Sedimente. Diss. an der Universität Greifswald.Eidam, J., J. Lehmann & T. Puff (1998): Einfluss des Phasenbestandes von Schwebstoffen und Sedimenten des Odermündungsgebietes auf die Bindung und Mobilisierung von Schwermetallen – Beitrag zur Bilanzierung von Stoffaustauschprozessen. In: Greifswalder Bodden und Oderästuar – Austauschprozesse (GOAP). Greifswalder Geographische Arbeiten 16. Leipe, T., T. Neumann & K.-Ch. Emeis (1995): Schwermetallverbreitung in holozänen Ostseesedimenten. Untersuchungen im Einflussbereich der Oder. Geowissenschaften 13 (12): 470-478. Leipe, T., Eidam, J., Lampe, R., Meyer, H., Neumann, Th., Osadczuk, A., Janke, W., Puff, Th., Blanz, Th., Gingele, F. X., Dannenberger, D. & Witt, G. (1998): Das Oderhaff. Beiträge zur Rekonstruktion der holozänen geologischen Entwicklung und anthropogenen Beeinflussung des Oder-Ästuars. Meereswissenschaftliche Berichte 28. Rostock-Warnemünde. |
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