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Küsteninformationssystem Odermündung


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Impressionen: Stettiner Haff

Die Genesis-Fallstudien

Thematisch konzentriert sich das Projekt auf die Qualität von Luft (Bayern, London, Französische Riviera), von Oberflächensüßwasser (Oderhaff, Bodensee, Villerest-Stausee / Loire) und von Küstengewässern (Französische Riviera).

 

Pilotstudien zur Wasserqualität

Im Villerest-Stausee liegt der thematische Schwerpunkt auf potentiell toxischen Blaualgenblüten, deren Überwachung und Handhabung. Im Bodensee werden Mikro-Verschmutzungen überwacht und analysiert, weil Unfälle im See und der Umgebung eine große Bedrohung für die Trinkwasserqualität darstellen. An der Französischen Riviera sind Quallenplagen ein bedeutendes Problem, besonders für den Tourismus. Neue Methoden werden genutzt, um Quallen und ihren Transport in Küstengewässern zu überwachen. Schlussendlich ist die hygienische Badewasserqualität die Kernproblematik im Oderhaff an der Grenze zwischen Deutschland und Polen.

Qualität von Oberflächensüßwasser - Das Oderhaff
Sommertourismus ist der wichtigste wirtschaftliche Faktor um das Oderhaff / Stettiner Haff herum und weiterer Wachstum wird erwartet. Daher ist eine hohe Wasserqualität zwingend notwendig. Große Mengen an Nährstoffen und Verunreinigungen in der Oder sind ein bedeutendes Problem und halten das Haff in einem eutrophen, d.h. nährstoffreichen, Zustand. In der Nähe der Flussmündung verursachen hohe Konzentrationen an E.Coli-Bakterien noch immer Strandschließungen. Ein anderes, nicht gut bekanntes Problem sind humanpathogene Viren. Mit diesen muss in allen Gewässern, die mit städtischen Abwässern in Berührung kommen, gerechnet werden. Stettin hat immer noch kein ausreichend gutes Kläranlagensystem und ist eine potentielle Quelle von Viren. Diese Viren können ein Risiko für Strände im Haff sein, denn selbst eine geringe Anzahl kann zur Infektion empfindlicher Personen führen. 

Infektionen und häufige Badeverbote können dem Ruf, der öffentlichen Wahrnehmung und der wirtschaftlichen Entwicklung von Bade- und Urlaubsorten erheblich schaden. Daher soll ein einfaches Werkzeug zur Entscheidungshilfe geschaffen werden, das Strömungssimulationen und Teilchendriftmodelle verbindet, um die Badewasserqualität räumlich und zeitlich analysieren und die Risiken für die Gesundheit der Menschen abschätzen zu können.

Simulationen und Teilchendriftmodel: Funktionen für den Endnutzer
Die Simulationen des Strömungsfeldes (Geschwindigkeiten) und der Teilchendrift werden am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde durchgeführt. Für Ersteres wird das General Estuarine Transport Model (GETM, "Allgemeines ästuarines Transportmodel") verwendet.
Auf der fertigen GENESIS-Informationsplattform wird der Endnutzer gemäß der jeweiligen Windsituation eines der vordefinierten Strömungsfelder auswählen und die Position einer Teilchenemission eingeben können. Diese Teilchen könnten z.B. Viren sein. Dann wird die Verdriftung berechnet und der Nutzer erhält eine grafische Darstellung der Teilchenverteilung. So kann er beispielsweise das Risiko an einem bestimmten Strand abschätzen und ggf. nötige Schutzmaßnahmen ergreifen.