
Mit Abschluss der ersten Projektphase 2004 - 2007 sind, insbesondere auf der deutschen Seite der Region, die Grundlagen für die Implementierung eines regionalen IKZM gelegt worden (siehe auch "Forschung in der Odermündungsregion: Ergebnisse 2004-2007".) Diese müssen nun, thematisch stärker fokussiert und auf ein grenzüberschreitendes regionales IKZM ausgerichtet, weiter entwickelt werden und in konkrete, übertragbare Empfehlungen für die regionale, nationale und internationale IKZM-Ebene münden. Ergänzender und erheblicher neuer Forschungsbedarf ergibt sich vor allem durch die vielfältige Veränderung der ökologischen, gesellschaftlichen, planerischen und juristischen Rahmenbedingungen, die Grenzlage sowie komplexe großräumige Veränderungen, die unmittelbare Auswirkungen auf die Küstenzone besitzen. So wurde bei den Arbeiten deutlich, dass die Oder mit ihrem Einzugsgebiet eine zentrale steuernde Funktion auf die Küstenzone ausübt und ein regionales IKZM diese Effekte nicht vernachlässigen darf. Zudem hat sich gezeigt, dass die neuartige Kopplung von Fluss-Küste-Meeres-Simulationsmodellen und daran anknüpfende, transdisziplinäre Arbeiten wissenschaftlich hochrelevante Analysen und Szenarien zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser Küstenregion erlauben.
An diesen Sachstand knüpft das Folgeprojekt an. Mit dem Ziel einer stärkeren Fokussierung sind die geplanten Arbeiten im Folgeprojekt thematisch zusammengefasst:
1. Regionales grenzüberschreitendes IKZM (rechtliche, institutionelle und steuerungstheoretische Rahmenbedingungen sowie strategische Konzepte und Empfehlungen für die Steuerung und Umsetzung) und
2. Fluss-Küste-Meer: Ein System im Wandel (thematische Fokussierung auf Wasserqualität).
Ergänzt werden diese durch:
3. IKZM-Werkzeuge und Information.
Im laufenden Projekt haben sich die Grenzen der Kommunikation und des Transfers der Projektergebnisse in die Region gezeigt. Der IKZM-Ansatz ist nur sehr schwer einem breiten Interessenkreis zu vermitteln. Das hat auch mit den - bislang - unscharfen Definitionen des IKZM-Terminus an sich zu tun. Hier wird insbesondere in Verbindung mit den Aufgaben im Thema 1 ein Schwerpunkt des Moduls liegen. Die ausführlichen Ergebnisberichte trafen bei den regionalen Akteuren auf wenig Interesse. Daher soll zukünftig die Kommunikations- und Transferstrategie zielgruppenorientiert ausgerichtet werden. Der grenzüberschreitende Dialog wird mit den polnischen Kollegen unter dem Dach der Gemeinsamen Umweltkommission (GUK) weiter ausgebaut.
Folgende Fragestellungen stehen im Mittelpunkt:
In der ersten Projektphase wurde die große Bedeutung der Oder für die Küstenzone und ein regionales IKZM deutlich. Der Themenbereich „Fluss-Küste-Meer" greift ein breites Spektrum an stark transdisziplinären und räumlich integrativen Fragestellungen auf. Die Arbeiten sind nur möglich durch die vorhandenen eigenen Vorarbeiten, durch laufende EU-Projekte (ASTRA, SPICOSA), die zu Teilfragestellungen beitragen, sowie durch die systematische Nutzung und Integration der Kenntnisse und Vorarbeiten von Projekten in Flusseinzugsgebieten (z.B. GLOWA Elbe, Einzugsgebietsmanagement Werra, Internationales Oder-Projekt, UBA Oder-Projekt, OderRegio etc.). Speziell durch die neuen Partner IGB (Einzugsgebietsmodellierung MONERIS) und IÖW (Ökonomie) wird diese Kompetenz eingebracht.
Folgende Aspekte werden vertiefend untersucht:
Um die regionalen Informations- und Kommunikationsdefizite überwinden zu helfen, wurden in der ersten Projektphase technisch-methodische Entwicklungen realisiert, die gleichzeitig die Funktion eines Kondensationskernes für das Projekt und eine Integrationsfunktion für IKZM in der Region übernommen haben. Diese technischen Entwicklungen sind abgeschlossen und sollen verstärkt mit Inhalten gefüllt und auf konkrete Nutzergruppen zugeschnitten werden. Zu diesem Zweck werden Interaktionen zwischen Fluss und Küste ergänzt. Zudem stehen die regionale, nationale und internationale Einbindung dieser Entwicklungen sowie ihr Transfer auf andere Regionen im Vordergrund des Moduls „IKZM-Werkzeuge und Information".