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Impressionen: Stettiner Haff

Bathymetrie der inneren und äußeren Seegewässer

Die Odermündungsregion gliedert sich aus morphologischer Sicht in drei Teilgebiete: der untere Teil der Oder, das Oderhaff und die Pommersche Bucht, die offen in die Ostsee übergeht. Das Mündungsgebiet der Oder ist ein Delta mit den Nebenarmen Peenestrom, Swina und Dziwna einschließlich dem Piastowski-Kanal als künstlicher Schifffahrtsweg. Der überwiegende Wasseraustausch zwischen Oderhaff und Pommerscher Bucht vollzieht sich über die Swine bzw. den ausgebauten Schifffahrtskanal (Mohrholz 1998). Der Peenestrom als westlicher Arm der Oder mündet in den Greifswalder Bodden, der über die Boddenrandschwelle mit der Pommerschen Bucht in Verbindung steht.

Das Oderhaff, das sich in das östliche Große Haff und das westliche Kleine Haff unterteilt, hat eine Fläche von ca. 687 km². Mit einer mittleren Tiefe von 3,8 m ist das Oderhaff sehr flach (Buckmann et al. 1998). Der ca. 12,5 m tiefe Piastowski-Kanal ist eine spezifische morphologische Struktur, welche sich maßgeblich auf die hydrographischen Prozesse auswirkt. Der weitere Ausbau des Kanals (nach Minning 2004 ist ein Ausbau auf 14,5 m Tiefe und ca. 140 m Breite geplant) würde die Effekte noch verstärken.

Das Große Haff ist über die schmalen, flussähnlichen Gewässer der Swina und Dziwna mit der Pommerschen Bucht verbunden, wobei die nicht ausgebauten Bereiche der Swina und die Dziwna sehr flach sind. Die längste Verbindung zur Pommerschen Bucht ist der ca. 48 km lange Peenestrom. Zwischen den flussartigen Bereichen des nördlichen und südlichen Peenestroms befindet sich das ca. 117 km² große, seeartig erweiterte Gebiet der Krumminer Wieck und des Achterwassers (Buckmann et al. 1998).

Der Greifswalder Bodden ist mit einer Fläche von 510,2 km² und einem Volumen von 2,96 Millionen km³ das größte der vorpommerschen Boddengewässer. Das submarine Relief ist in ein westliches, flaches, an morphologischen Strukturen armes Becken mit Tiefen von 6 bis 9 m und den nördlichen und östlichen Teil mit zahlreichen Untiefen und Schwellen gegliedert. Der Greifswalder Bodden mit seinen angrenzenden Buchten, Seen und Wieken ist im Osten zwischen Peenemünder Haken und Südperd über einen breiten Zugang mit der Ostsee verbunden. Gleichzeitig wird der Bodden in diesem Gebiet durch eine Untiefe (Boddenrandschwelle) begrenzt, die durch zwei künstlich angelegte Fahrwasser, Landtief und Osttief, zerschnitten ist. Die Boddenrandschwelle, einschließlich dem marinen Thiessower Haken, kann ungefähr mit der 5 m Wassertiefen-Linie abgegrenzt werden. Während boddenseitig der Boden langsam in die tiefen Becken übergeht, ist seeseitig ein verhältnismäßig steiler Abfall auf über 10 m Tiefe in die Pommersche Bucht zu verzeichnen.

Die Pommersche Bucht ist im Maßstab der Ostsee ein Flachwassergebiet. Eine hydrographische Grenze zu den sich anschließenden Teilgebieten der Ostsee (Arkonabecken, Bornholmbecken) besteht im Bereich der 20 m-Tiefenlinie. Die mit der 20 m-Tiefenlinie abgegrenzte Pommersche Bucht hat eine Fläche von 5.580 km², eine mittlere Tiefe von 13,2 m und ein Volumen von 73,6 km³. In der Küstenzone nördlich von Usedom/Wolin nimmt die Wassertiefe auf kurzer Distanz von 0 auf 10 m schnell ab. Mit einem Anteil von ca. 80 % umfasst der größte Teil der Pommerschen Bucht einen Tiefenbereich von 10 bis 15 m. nördlich der 20 m-Isobathe fällt das submarine Relief steil zum Arkona- und Bornholmbecken ab (siehe Abbildung). Die flachere Oderbank mit Wassertiefen von 5 bis 10 m liegt zentral in der Bucht. Östlich der Insel Rügen erstreckt sich in nord-südlicher Richtung die Rinne des alten Oderabflusses (als Oder- oder Saßnitz-Rinne bezeichnet), in der bei bestimmten Zirkulationsbedingungen bodennah salzreiches Wasser aus dem Arkonabecken in die Bucht nach Süden vordringen kann (Mohrholz 1998).

Bathymetrische Kurve
Abbildung: Bathymetrie der Pommerschen Bucht
(aus: Mohrholz 1998)
Bathymetrie
Bathymetrie Karte: Wassertiefe
Verwendete Quellen für die kartographische Darstellung:
IOWTOPO1-Datensatz des IOW, veröffentlicht mit T. Seifert, F. Tauber & B. Kayser (2001): A high resolution spherical grid topography of the Baltic Sea - revised edition. Proceedings of the Baltic Sea Science Congress, Stockholm, S. 25-29.
Daten des Forschungsvorhabens des BfN (FKZ 802 85 220), veröffentlicht in ARGUMENT (2003): Abgrenzung von Sandbänken als FFH-Vorschlagsgebiete. Vorhaben im Auftrag des BfN (FKZ 80285220). Kiel.
Osadczuk, A. & B. Wawrzyniak-Wydrowska (1998): Sediments in the Szczecin Lagoon: Selected elements and macrozoobenthos. In: Greifswalder Bodden und Oderästuar – Austauschprozesse (GOAP). Greifswalder Geographische Arbeiten 16.
 
Weitere verwendete Quellen:
Buckmann, K., U. Gebhardt & A. Weidauer (1998): Simulation und Messung von Zirkulations- und Transportprozessen im Greifswalder Bodden. In: Greifswalder Bodden und Oderästuar – Austauschprozesse (GOAP). Greifswalder Geographische Arbeiten 16.
Minning, M. (2004): Der Einfluss des Schifffahrtskanals auf den Stoffhaushalt des Oderhaffs. In: Schernewski, G. & T. Dolch: The Oder Estuary – against the background of the European Water Framework Direktive. Meereswissenschaftliche Berichte Nr. 57. Institut für Ostseeforschung Warnemünde.
Mohrholz, V. (1998): Transport- und Vermischungsprozesse in der Pommerschen Bucht. Meereswissenschaftliche Berichte Nr. 33. Institut für Ostseeforschung Warnemünde.