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Impressionen: Stettiner Haff

Rast- und Nahrungsgebiete von Seevögeln

Das Odermündungsgebiet hat für die Überwinterung von Seevögeln eine herausragende Bedeutung. Folgende Gebiete werden bevorzugt zur Rast und als Nahrungsgebiet genutzt:

Pommersche Bucht
Das Seegebiet der Pommerschen Bucht zählt zu den zehn wichtigsten Winterrastgebieten der Ostsee, wobei die Oderbank eine zentrale Stellung einnimmt. In international bedeutenden Anzahlen treten Sterntaucher (Gavia stellata) und Prachttaucher (Gavia arctica), Haubentaucher (Podiceps cristatus), Rothalstaucher (Podiceps grisegena) und Ohrentaucher (Podiceps auritus), Eisente (Clangula hyemalis), Samtente (Melanitta fusca) und Trauerente (Melanitta nigra) sowie Mittelsäger (Mergus serrator) und Gryllteiste (Cepphus grylle) auf. Im Gesamtgebiet der Pommerschen Bucht (über das IKZM-Oder-Gebiet hinaus) werden über 350.000 Samtenten, 90.000 Trauerenten bzw. 800.000 Eisenten angegeben, so dass sich zuzüglich der anderen Arten eine durchschnittliche Anzahl von ca. 1,25 Millionen Seevögeln ergibt (Durinck et al. 1994). Damit besitzt das Gebiet die größte Konzentration von überwinternden Meeresenten in Europa. Auch für Lappentaucher (Hauben-, Rothals- und Ohrentaucher) und den Mittelsäger ist die Pommersche Bucht das wichtigste bekannte Überwinterungsgebiet in der Ostsee.

Greifswalder Bodden
Der für das IKZM-Oder relevante Bereich des Greifswalder Boddens bietet verschiedenen Wasservogelarten die Möglichkeit zur Winterrast. Hervorzuheben sind die bedeutenden Winterbestände von Haubentaucher, Kormoran (Phalacrocorax carbo), Höckerschwan (Cygnus olor), Stockente (Anas platyrhynchos), Bergente (Aythya marila) und Reiherente (Aythya fuligula), Schellente (Bucephala clangula), Mittelsäger, Blässralle (Fulica atra) sowie Samt- und Trauerente. Während des Frühjahrszuges kommt es in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Heringslaich zu Konzentrationen von mehreren zehntausend Eisenten, die aus der Pommerschen Bucht in den Greifswalder Bodden wechseln. Ausschließlich im marinen Bereich des Gebietes sind die größeren Bestände von Samt- und Trauerente anzutreffen.

Oderhaff
Das Oderhaff mit seinen kleineren Nebengewässern stellt für eine größere Anzahl an Wasservogelarten eines der bedeutendsten Winterrastgebiete in der Ostseeregion dar. Besonders hervorzuheben ist der Bestand von ca. 10.000 Zwergsägern (Mergellus albellus), die sich vor allem im polnischen Teil des Gebietes aufhalten. Zusammen mit Peenestrom und Achterwasser wird hier ein Anteil von 71 % des Winterbestandes der Art in der Ostseeregion erreicht (Durinck et al. 1994). Als weitere Rastvogelarten sind vor allem Tafelente (Aythya ferina), Gänsesäger (Mergus merganser), Berg- und Reiherente zu nennen, die ebenfalls hohe Prozentsätze erreichen. So halten sich beispielsweise rund 35 % der überwinternden Gänsesäger im Bereich des Oderhaffes auf (Durinck et al. 1994). Zudem sind Blässralle, Schellente und Stockente mit größeren Individuenzahlen vertreten.

Peenestrom mit Achterwasser
Der Peenestrom und das Achterwasser sind als Rast- und Durchzugsgebiete für Zwerg- und Gänsesäger bedeutsam. Während sich die überwiegende Anzahl der Gänsesäger auf der freien Wasserfläche aufhält, nutzt der Zwergsäger bevorzugt das buchtenreiche Achterwasser als Rastgebiet. Hier werden vor allem die Krumminer Wiek und der Nepperminer See aufgesucht (Scheller et al. 2002). Die Anzahl der rastenden Zwergsäger schwankt jährlich im Bereich von etwa 200 bis 1.000 Individuen. Daneben halten sich in den meisten Jahren 2.000 bis 5.000 Gänsesäger im Gebiet auf.

Kleiner Jasmunder Bodden
Das Gebiet des Kleinen Jasmunder Boddens besitzt keine überregionale Bedeutung für überwinternde Rastvögel.

Karte: Vogelfauna
Verwendete Quellen:
Durinck, J., H. Skov, F.P. Jensen & S. Phil (1994): Important marine areas for wintering birds in the Baltic Sea. Ornis Consult Report 1994.
Scheller, W., R. Strache, W. Eichstädt & E. Schmidt (2002): Important Bird Areas (IBA) in Mecklenburg-Vorpommern. Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V., 178 S.
 
Hinweis zu weiteren zusammenfassenden Darstellungen:
Garthe, S. (2003): Erfassung von Rastvögeln in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee. Abschlussbericht im Auftrag des BfN.
Köppen, U. (2001): Brutbestände der Küstenvögel in Schutzgebieten Mecklenburg-Vorpommerns in den Jahren 1999 und 2000. Seevögel 22 (4): 104-105.
Kube, J. (1996): The ecology of macrozoobenthos and sea ducks in the Pommeranian Bay. Meereswissenschaftliche Berichte 18, Warnemünde, 128 pp.
Nehls, H.-W., K. Lambert & H.-H. Zöllick (1990-2004): Bestand und Verbreitung der Meeresenten auf der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern im Mittwinter 1990-2004. unveröff. Gutachten im Auftrag des Umweltministeriums M-V.