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Impressionen: Stettiner Haff

Wasser – Trophiestatus als Merkmal der Gewässergüte

Die Bewertung der Wassergüte erfolgt nach der “Richtlinie zur Klassifizierung der Wasserbeschaffenheit der Seegewässer“ (UM M-V 1992), insbesondere nach dem Merkmalskomplex “Trophie und organische Belastung”. Dieser Komplex berücksichtigt die Sauerstoffverhältnisse und organische Belastung, die Nährstoffverhältnisse sowie die Primärproduktion und spiegelt damit am deutlichsten die Veränderung der Wasserbeschaffenheit infolge anthropogener Einflüsse wider. Zur Ermittlung der Beschaffenheitsklassen werden die Kriterien der Merkmalsgruppen Nährstoffverhältnisse, Produktionsverhältnisse (Phytoplanktonproduktion, Chlorophyll-a, Sichttiefe) sowie Sauerstoffverhältnisse und organische Belastung angewendet. Die Bewertung erfolgt nach sechs Beschaffenheitsklassen:

Klasse 1 oligotroph (= „sehr geringe Nährstoffbelastung“)
Klasse 2 mesotroph (= „geringe Nährstoffbelastung“)
Klasse 3 eutroph (= „mittlere Nährstoffbelastung“)
Klasse 4 stark eutroph (= „mittlere Nährstoffbelastung“)
Klasse 5 polytroph (= „hohe Nährstoffbelastung“)
Klasse 6 hypertroph (= „sehr hohe Nährstoffbelastung“)


Tabelle: Klassifizierung ausgewählter Küstengewässer nach „Trophie und organischer Belastung“ (aus: Bachor 2005)
GewässerGewässerbereich1986-19901991-19951996-2000

Greifswalder Bodden

Nördlicher u. zentraler Bereich 3,2 3,0 2,5

Greifswalder Bodden

Südöstlicher Bereich 3,5 3,3 3,1

Peenestrom

Nördlicher Bereich 4,4 4,1 4,2

Peenestrom

Südlicher Bereich 4,5 4,4 4,4

Kleines Haff

gesamt 4,9 4,5 4,5


Die Daten charakterisieren die Wasserbeschaffenheit aller Messstationen im Kleinen Haff und südlichen Peenestrom als stark eutroph bis polytroph, im nördlichen Peenestrom als stark eutroph und im Greifswalder Bodden durchschnittlich als eutroph. Für die Ostsee östlich des Greifswalder Boddens kann die Gewässergüte als eutroph mit Tendenz zu mesotroph eingeschätzt werden. In der äußeren Pommerschen Bucht herrschen mesotrophe Verhältnisse. Infolge dieser „Mittelwert-Betrachtung“ wird der zeitweise Einfluss der Oder, der gebietsweise in der inneren Pommerschen Bucht zu deutlich eutrophen Verhältnissen führen kann, allerdings nicht deutlich.

In allen Küstengewässern ist generell ein Gefälle der Trophieverhältnisse von den inneren zu den äußeren Gewässerbereichen zu verzeichnen (Bachor 2005).

Karte: Wassergüte
Verwendete Quellen für die kartografische Darstellung:
LUNG M-V (1998): Gewässergütebericht 1996/97. Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie. Güstrow.
LUNG M-V (2001): Gewässergütebericht 1998/99. Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie. Güstrow.
LUNG M-V (2004): Gewässergütebericht 2000/2001/2002. Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie. Güstrow.
 
Weitere verwendete Quellen:
Bachor, A. (2005): Nährstoff- und Schwermetallbilanzen der Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns unter besonderer Berücksichtigung ihrer Sedimente. Dissertation an der Universität Greifswald.
UM M-V (1992): Gewässergütebericht Mecklenburg-Vorpommern 1991 – Gütezustand der oberirdischen Gewässer und der Küstengewässer in Mecklenburg-Vorpommern. Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Schwerin.